Die Geschichte des Weißen Kreuzes

Chronik

1965
Eppaner Gemeindearzt Johann Nicolussi-Leck
Die Gründung
Der Rettungsverein Weißes Kreuz wurde am 10. August 1965 vom Eppaner Gemeindearzt Johann Nicolussi-Leck, Günter Eccel, dem Journalisten Franz Berger, Heinrich Döcker, Hermann Nicolussi-Leck und den Ärzten Claudio Paruccini, Karl Pellegrini, Letterio Romeo sowie Josef Rössler gegründet. Das strategische Ziel des Vereins war es, die flächendeckende Rettung und den Krankentransportdienst in ganz Südtirol zu verbessern und die Freiwilligen stark einzubinden.

Der schnelle Aufbau der 60er
Noch in den 60er Jahren begann auch der Aufbau der peripheren Struktur der Sektionen. Es wurden Rettungsstellen in den Gemeinden Bozen, Meran, Corvara, Waidbruck, Bruneck und Schlanders errichtet und die Sektion Zivilschutz im Weißen Kreuz gegründet.
1970
Freiwillige aus der damaligen Sektion Bozen-Gries
Hilfe in Zeiten der Autonomie
Finanziell stützte sich das Weiße Kreuz auf die Sammelaktionen von Müll, Bekleidung, die Organisation von Bällen und Festen und Zuschüsse der Gemeinden usw. Mit dem Ausbau der Südtirol-Autonomie in den 1970er-Jahren erhielt das Weiße Kreuz zunehmend politische und finanzielle Unterstützung.

Weiteres Wachstum
Auf Anfrage der Bevölkerung wurden weitere Weiß-Kreuz-Sektionen errichtet. Mehrere Rettungsvereine aus dem deutschsprachigen Ausland unterstützten in dieser Zeit mit Geldmitteln, technischen Geräten, Kursen und Know-how die am Ausbau interessierten Sektionen.
1974
Historisches Bild eines Weißen Kreuz Fahrzeuges
Anerkennung als privatrechtliche juristische Person
Im Oktober 1974 erhielt der Verein die wichtige Anerkennung als privatrechtliche, juristische Person.
1987
Anfänge des HELI - Flugrettungsdienstes
Gründung der Flugrettung
Der Flugrettungsdienst wurde 1987 per Landesgesetz eingerichtet und sechs Jahre später die Arbeitsgemeinschaft Landesflugrettung gegründet. Das Weiße Kreuz übernahm die Federführung.
1989
Altes Ambulanzfahrzeug
Struktur und Stabilität
1989 erhielt die Provinz Südtirol die Zuständigkeit über den Rettungsdienst, der im Bereich Gesundheit angesiedelt und von den beiden Rettungsorganisationen Weißes Kreuz und Rotes Kreuz durchgeführt wird. Das Tarifsystem für die Krankentransporte wurde eingeführt. Somit festigte sich das Weiße Kreuz strukturell und organisatorisch.
1990
Historisches Freiwilligenbild
Das Wachstum kennt nur eine Richtung
In den 90ern wurden weitere sieben Sektionen errichtet.
1993
Weiße Kreuz Gruppenbild
Die Geburt der Landesnotrufzentrale
Die Landesregierung errichtete 1993 nach einer nationalen Vorgabe die Landesnotrufzentrale 118. Seitdem werden alle Rettungseinsätze von dieser Zentrale koordiniert und an die verschiedenen Südtiroler Rettungsdienste vermittelt. In der Aufbauphase prägte der Bozner Facharzt Karl Pellegrini als engagierter Präsident den Verein maßgeblich, unterstützt von Geschäftsführer Karl Detomaso.
1994
Hausnotrufdienst
Hausnotrufdienst
1994 wurde der Hausnotrufdienst erstmalig eingeführt.
1995
Gruppenfoto Weißes Kreuz
Organisationskrise und Neuausrichtung
1995 wurde der Verein von einer tiefen Organisationskrise geschüttelt, worauf ein Führungswechsel stattfand und Adolf De Lorenzo die Direktion übernahm. Karl Pellegrini übergab dem Facharzt für Anästhesie, Georg Rammlmair, die Vereinsführung.
1996
Gruppenfoto Weißes Kreuz Innenraum
Notfallseelsorge
Die Notfallseelsorge wurde 1996 erstmalig angeboten.
1998
Historische Fahrzeugflotte Weißes Kreuz
Viel zu feiern
Der Verein wurde in das Landesverzeichnis der ehrenamtlich tätigen Organisationen als Onlus-Verein eingetragen. Die Kernleistungen des Vereins wurden durch das Land finanziell weitgehend abgedeckt. In diese Zeit fiel auch die Gründung des Freiwilligen-Dienstes und der Jugendgruppen. 1998 wurde das Weiße Kreuz außerdem Mitglied beim Samaritan International; in den darauffolgenden Jahrzehnten ist die gemeinsame Zusammenarbeit kontinuierlich positiv gewachsen.
2001
Alter Weißes Kreuz Sitz in der Fagenstraße
Umzug
Die Landesleitung des Weißen Kreuzes und die Sektion Bozen zogen 2001 von der Fagenstraße in die Lorenz-Böhler-Straße Nr. 3 in Bozen. Seit 2001 treibt der Jurist Ivo Bonamico als Direktor die kontinuierliche Weiterentwicklung des Vereins maßgeblich voran.
2002
Defibrator
Neue Defibrillatoren
2002 setzte das Weiße Kreuz erstmals semiautomatische Defibrillatoren in den Krankenwagen ein. Aufgrund der Initiative des Weißen Kreuzes sind sie nun nicht nur in jedem KTW griffbereit, sondern auch als Säulen-Defis auf öffentlichen Plätzen (seit Ende 2016).
2006
Brandschutzdienst
Der Brandschutzdienst
Der Brandschutzdienst wurde seit 2006 in der Basis in Bozen angeboten.
2007
Einsatznachsorge
Einsatznachsorge
2007 wurde die Einsatznachsorge erstmalig eingeführt.
2009
First Responder
First-Responder
Die ersten First-Responder Gruppen wurden 2009 eingesetzt. Dieses Projekt wurde zusammen mit den Freiwilligen Feuerwehren und der Landesnotrufzentrale ins Leben gerufen und wurde 2011 Teil des Südtiroler Rettungssystems.
2011
HELI - Flugrettung Südtirol
Hallo HELI
2011 wurde der privatrechtliche Verein HELI gegründet und von der Landesregierung mit der Führung der Landesflugrettung beauftragt. Das Weiße Kreuz ist sein federführendes Mitglied.
2012
Anpas
ANPAS
Als Mitglied von ANPAS ist der Verein seit 2012 Teil eines starken nationalen Netzwerks, das Zusammenarbeit, Austausch und gegenseitige Unterstützung auf hohem Niveau ermöglicht.
2014
Ausbildung
Die 5-Promille richtig eingesetzt
Die ersten Einnahmen aus den 5-Promille-Zuwendungen im Jahr 2014 zusammen mit jenen aus den Jahresmitgliedschaften und den Spenden der Bevölkerung ermöglichten ihre Reinvestition in die zwei Hauptleistungsbereiche, in die Jugendarbeit und die Ausbildung. Auch in den Folgejahren wurden sie immer wieder für hilfreiche Projekte angewandt.
2017
112 Notrufnummer
Eine neue Notrufnummer
2017 wurde die einheitliche Notrufnummer 112 eingeführt.
2018
Motorradstaffel
Zwei Erfolge in einem Jahr
2018 wurden gleich zwei neue Dienste ins Leben gerufen, die heute nicht mehr wegzudenken sind: die Motorradstafel und der Wünschewagen. Der Wünschewagen ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Caritas Diözese Bozen-Brixen.
2019
Rettungstransportmittel
Neues Design
2019 wurde ein neues Design für die Rettungs- und Krankentransportmittel eingeführt.
2020
Mädchen mit Maske
Verlässliche Hilfe in herausfordernden Zeiten
Während der Pandemie konnte sich die Bevölkerung auf engagierte Freiwillige und Mitarbeitende verlassen, die die Bevölkerung mit verstärkten Rettungs- und Transportdiensten, eigenen Task-Forces sowie zusätzlichen Strukturen bestmöglich in dieser schwierigen Zeit unterstützten.
2023
Begleitdienst
Begleitdienste
Im Jahr 2023 wurden erstmals Begleitdienste im Krankenhaus und in der Notaufnahme eingeführt.
2024
Buch Erste Hilfe alles klar?
Ein Jahr besonderer Ereignisse
An rund 20 Südtiroler Grundschulen wurde ein gemeinsames Projekt des Weißen Kreuzes und der Bildungsdirektion umgesetzt. Die Inhalte wurden über ein eigens entwickeltes Bücherpaket vermittelt. Ziel war es, Kindern frühzeitig Erste-Hilfe-Kenntnisse und Zivilcourage zu vermitteln. Erstmalig wurde auch in diesem Jahr der Dienst der Rettungsstelle am Bozner Verdi Platz zusammen mit dem Rotes Kreuz aufgenommen. Seither ist hier tagsüber ein Rettungswagen stationiert, um die Anfahrtszeiten im Stadtgebiet deutlich zu verkürzen.
2025
Vollelektrisches Notarzteinsatzfahrzeug
Voll elektrisch unterwegs
Anlässlich unseres 60-jährigen Jubiläums wurde am 27. September 2025 das erste vollelektrische Notarzteinsatzfahrzeug Südtirols in den Dienst gestellt. Das Projekt konnte in Zusammenarbeit mit der Südtiroler Volksbank realisiert werden.
2026
Freiwilliger bei den Olympischen Spielen 2026
Olympia 2026: Gemeinsam Großes geleistet
Größter Sanitätsdienst unserer Vereinsgeschichte: Über 1.200 Freiwillige standen bei den Olympischen Spielen in Antholz und Cortina sowie bei den Paralympics im Einsatz. Mit großem Zusammenhalt, Professionalität und intensiver Vorbereitung wurden alle Herausforderungen erfolgreich gemeistert.