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Die Geschichte der Sektion Welschnofen

Als Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre der Wintersport am Karerpass immer mehr zunahm, wurde eine Ambulanz des Roten Kreuzes von Bozen an Sonn- und Feiertagen am Pass stationiert. Aber das ließ sich Karl Detomaso, damaliger Geschäftsführer des Weißen Kreuzes, nicht lange bieten und schickte deshalb im Herbst 1973 ein Einstzfahrzeug auf den Karerpass. So wurde das Rote Kreuz langsam aus diesem Gebiet verdrängt. Ignaz Obkircher, der zu dieser Zeit Leiter des Bergrettungsdienstes Welschnofen war, wurde als Vermittler zwischen den Gastwirten und dem Weißen Kreuz Bozen eingesetzt, um dem Streit zwischen Rotem und Weißem Kreuz sowie den Gastwirten am Karerpass ein Ende zu setzen.
In dieser Zeit verunglückte ein Bruder von Armin Plank, der damals schon als Freiwilliger in Bozen tätig war. Es dauerte über zwei Stunden, bis eine Ambulanz von Bozen am Unglücksort in Welschnofen eintraf. So wurde im Juli 1975 die Frage aufgegriffen, ob es nicht möglich ist, auch in Welschnofen eine Rettungsstelle zu errichten. Armin als Freiwilliger in Bozen und Ignaz als Bergrettungschef setzten sich für die Gründung einer Sektion in Welschnofen ein und führten die notwendigen Verhandlungen mit Karl Detomaso in Bozen. Luis Neulichedl, damaliger Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Welschnofen, teilte Plank und Obkircher mit, dass der verstorbene Gemeindearzt von Welschnofen, Dr. Willi Felderer, dem Landesrettungsverein Weißes Kreuz zwei Millionen Lire vermacht hatte. Aus diesem Anlass versprach die Raika Welschnofen, dass im Falle der Gründung einer Rettungsstelle die Finanzierung des ersten Rettungswagens erfolgen und somit der Startschuss gewährleistet werde.
In den Sommermonaten gab es dann einiges zu tun: Es mussten Freiwillige und zahlende Mitglieder gesucht werden. Armin Plank, Ignaz Obkircher und Luis Neulichedl sind dann im September 1975 in Bozen zu einer Aussprache in die Zentrale des Weißen Kreuzes eingeladen worden, um die Anschaffung des Rettungsfahrzeuges VW 2000 zu garantieren. Danach mussten eine Unterkunft für den Wagen sowie ein Raum für die Freiwilligen gefunden und die Übernahme des Telefondienstes bei Tag und Nacht geregelt werden. Die Ambulanz konnte nach einigem Hin und Her bei der Feuerwehr untergestellt werden. Als Unterkunft für die freiwilligen Helfer wurde ein kleiner Raum bei der Volksschule zur Verfügung gestellt.
Florian Meraner (Schuhmachermeister in Welschnofen) war bereit, den Telefondienst mit seiner Familie zu übernehmen. Ausgenommen nachmittags an Sonn- und Feiertagen verrichteten sie den Telefondienst 19 Jahre lang sehr gewissenhaft rund um die Uhr.
Das Herz des Vereins war also geschaffen und nun mussten freiwillige Helfer gesucht werden. Auch hier war es nicht einfach, geeignete Personen für diesen Dienst zu finden. Im Oktober konnte Ignaz Obkircher dann aber mit einem Erste-Hilfe-Kurs für 30 Helfer beginnen. Die Ausbildungseinheiten wurden in der Villa Krone und in der Volksschule angeboten. Ende November hat Ignaz dann Herrn Dr. Müller – einen Freiwilligen aus Bozen – für einen Kurs in Welschnofen engagiert. Zudem bekam die Sektion zu diesem Zeitpunkt von der Zentrale in Bozen ein Leihauto (VW 1600), um am Karerpass die ersten Dienste zu gewährleisten.
Am 14. Dezember 1975 wurde dann der erste Einsatzwagen, ein VW 2000 Benziner, feierlich gesegnet und die Sektion Welschnofen konnte offiziell gegründet werden . Unter den geladenen Gästen waren u.a. Weiß-Kreuz-Präsident Dr. Karl Pellegrini.
Im ersten Jahr wurden 520 Einsätze bewältigt und 30.300 Kilometer zurückgelegt. Da in Welschnofen die einzige Rettungsstelle des Eggentals war, deckten die Welschnofner Helfer bis zur Errichtung der Stelle in Deutschnofen für zehn Jahre das gesamte Gebiet alleine ab. Von Dezember 1975 bis Dezember 1979 musste die Sektion Welschnofen nur mit einem Rettungswagen auskommen.
Nach einer Verhandlung mit der Zentrale in Bozen im Sommer 1979 wurde der Sektion ein Peugeot 504 übergeben, wobei die Hälfte der Kosten die Zentrale in Bozen übernahm.
In dieser Zeit wurde auch der Wunsch nach einer neuen Unterkunft für das Weiße Kreuz an die Gemeindeverwaltung herangetragen. 1980 wurde dann mit dem Bau der neuen Stelle begonnen und am 26. September 1982 konnte sie im Beisein von Landeshauptmann Silvius Magnago feierlich gesegnet werden. Bezogen wurde sie schon im Spätherbst 1980. Im Laufe der Jahre wurden weitere Räumlichkeiten über der Feuerwehrhalle von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, bis man schlussendlich im Juli 2005 in das neu erbaute Zivilschutzzentrum in Welschnofen einziehen konnte.
1983 wurden neben der Funkzentrale auch vier Piepser angekauft. Bis dahin wurden die Helfer über Telefon verständigt und in den Einsatz geschickt. Auf der Rückfahrt vom Einsatz wurde bei einem Gasthaus gehalten und Florian Meraner telefonisch informiert, dass die Ambulanz wieder auf dem Rückweg sei.
1986 konnte ein VW-Syncro angekauft werden und somit verfügte die Sektion über drei Ambulanzen. Erstmals für drei Monate  - wegen des erhöhten Tourismusaufkommens - wurde 1983 ein Freiwilliger von Juli bis September fix angestellt. Von 1988 bis 1992 war dann Erich Näckler der erste Festangestellte. Seit 1992 ist Robert Kafmann als Angestellter in der Sektion Welschnofen tätig. Ab 1995 wurde Erika Thaler als zusätzliche Sanitäterin eingestellt. Sie blieb acht Jahre und wurde dann von Roland Pattis abgelöst, der vorher als Zivildiener in der Sektion tätig war. Seither wurde die Anzahl der Angestellten stetig erhöht und der jetzige Stand beträgt fünf Angestellte und vier Sozialdiener.
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