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Die Geschichte der Sektion Mals

Im Jahre 1968 schaffte die Freiwillige Feuerwehr Mals einen VW-Bus für den Transport von Personen und Material bei Einsätzen an. Dieses Fahrzeug fand aber nicht nur Verwendung für die Zwecke der Feuerwehr, sondern wurde auch für den Transport von Kranken und Verunglückten eingesetzt. Der nächstverfügbare Rettungswagen war im Krankenhaus Schlanders stationiert und stand oft nicht oder nur mit zeitlicher Verzögerung zur Verfügung. So wurde der eingangs genannte VW-Bus für den Verletztentransport umfunktioniert und mit einer Patientenliege versehen. Einige Mitglieder der Feuerwehr standen als Chauffeure zur Verfügung.

Ignaz Stocker, Max Weirather und Alois Stocker befassten sich bereits im Jahre 1971 mit dem Gedanken, in Mals eine Außenstation des damals noch nicht lange bestehenden Landesrettungsvereins Weißes Kreuz zu gründen. Der damalige Landtagsabgeordnete Ignaz Stocker knüpfte die erforderlichen politischen Kontakte und sein Vorhaben stieß sowohl auf dieser als auch auf der Seite der damaligen Verantwortlichen des Landesrettungsvereins auf großes Interesse.
Den drei genannten Gründungsmitgliedern wurde schließlich von Seiten der Landesleitung des Weißen Kreuzes offiziell der Auftrag erteilt, in Mals einen rund um die Uhr funktionierenden Dienst zu organisieren. Die ersten ehrenamtlichen Mitarbeiter waren Personen, denen es möglich war, in Absprache mit ihrem Arbeitgeber auch während der Arbeitszeit den Dienst beim Weißen Kreuz zu versehen. Auch der Nachtdienst wurde von freiwilligen Helfern abgedeckt. Ein hauptberuflicher Fahrer aus Bozen übernahm die Einschulung aller Sektionsmitarbeiter in die Fahrzeugtechnik. Erste-Hilfe-Kenntnisse wurden den Freiwilligen im Laufe der Zeit in Form von Kursen vermittelt.

Der erste Krankenwagen der Sektion Mals war ein gebrauchter VW-Bus, der zuvor bereits in Bozen und anderen Sektionen zum Einsatz gekommen war. Die Barmherzigen Schwestern und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Martinsheims, des ehemaligen „Spitals“, übernahmen den Telefondienst rund um die Uhr. Sie nahmen eingehende Notrufe entgegen und verständigten daraufhin die diensthabenden Helfer des Weißen Kreuzes. Das „Spital“ war damit zentrale Anlaufstelle einerseits für die Geburtshilfe und andererseits auch für die Erstversorgung bei Unfällen im gesamten Obervinschgau. Damit ergab sich öfters die Situation, dass Patienten auch von dort aus in das Krankenhaus nach Schlanders weitertransportiert werden mussten.

Am 16. Februar 1972 nahm die Sektion Mals des Weißen Kreuzes offiziell ihren Dienst auf. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 20 freiwillige Helfer registriert. Das Einzugsgebiet der Sektion Mals reichte damals vom Reschenpass bis nach Sulden, inklusive aller Seitentäler des oberen Vinschgaus. Aber bereits Ende 1972 wurde der Dienst des Weißen Kreuzes im Obervinschgau derart oft in Anspruch genommen, dass ein zweiter Krankenwagen erworben werden musste. Dank der guten Kontakte des damaligen Geschäftsführers der Sektion, Max Weirather, zur Hilfsorganisation „Stille Hilfe für Südtirol“ konnte das Weiße Kreuz Mals 1973 eine großzügige Spende in Empfang nehmen – einen neuen Krankenwagen. 1973 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt. Dort fand nun auch die Sektion Mals des Weißen Kreuzes eine Unterkunft – und zwar für die darauffolgenden 27 Jahre.
Bereits in den ersten zehn Jahren entwickelte sich das Weiße Kreuz Mals zu einer gut funktionierenden Rettungsorganisation. Die Zahl der Rettungseinsätze und Krankentransporte nahm von Jahr zu Jahr zu. Mit finanzieller Unterstützung der Bevölkerung durch Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie dank der Eigenmittel konnte anlässlich der 10-Jahres-Feier ein neuer Rettungswagen angekauft werden.
Im Jahre 1997 wurde der Verein unter einer neuen Führung auf Landesebene umstrukturiert. Das Rettungswesen in Südtirol wurde neu organisiert und die Trennung von Krankentransport und Rettungsdienst eingeführt. Dies brachte auch organisatorische Veränderungen in den einzelnen Sektionen im Land mit sich. In Mals waren die Bemühungen in dieser Zeit groß, einen den modernen Anforderungen entsprechenden Sektionssitz im neuen Zivilschutzzentrum zu erhalten. Der ständige Kontakt mit der Landesleitung führte zur Umsetzung dieses Zieles. Parallel dazu wurde auch ein neuer Rettungswagen in den Dienst gestellt, der über eine landesweite Konvention ausschließlich für Notfälle der Landesnotrufzentrale zur Verfügung stand.

Im Jahr 2000 wurde dann der neue und heute noch aktuelle Sektionssitz im Zivilschutzzentrum bezogen. Dort fanden nun die drei Rettungs- bzw. Zivilschutzorganisationen – die Freiwillige Feuerwehr, die Bergrettung und das Weiße Kreuz – eine passende Unterkunft. Im Zuge der Umstrukturierung des Vereins wurde auch in Mals neben dem Sektionsleiter ein Dienstleiter für die verwaltungstechnischen Aufgaben eingesetzt.

Mit den Anforderungen der Sektion stieg auch die Anzahl der Mitarbeiter ständig, die nun auch aus den umliegenden Gemeinden kommen. Heute kann der Rettungsdienst neben den vielen Freiwilligen auch auf hauptberufliche Mitarbeiter zurückgreifen.
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