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Notfall auf der Skirennpiste
17.12.2021
Perfekt ablaufende Einsätze sind wichtig, wenn es um die Rettung von verletzten Skiathleten geht. Denn vor allem bei schnelleren Disziplinen ist die Unfalldynamik enorm. Gleichzeitig verfolgt ein Millionenpublikum den gesamten Rettungseinsatz live im Fernsehen. Eine eigene Schulung bereitete die Pistenretter vor kurzem auf diese besonderen und herausfordernden Notfallszenarien vor.

Immer wieder sind die FIS-Weltcuprennen auch Schauplatz von schweren Unfällen. Allen voran bei Abfahrtsläufen gibt es immer wieder Stürze bei sehr hohen Geschwindigkeiten, und sie lassen dabei den Atem der Zuschauer stocken. Das Risiko für schwerste Verletzungen ist dabei vielfach höher als für normale Skifahrer. Hinzukommen noch eine Reihe weiterer Faktoren, die einen Rettungseinsatz im Rahmen von Weltcuprennen erschweren: extrem eingeeiste Pisten, steilste Abfahrtshänge, die komplexe Rennausrüstung der Skiathleten und nicht zuletzt der große psychische Druck, von unzähligen Zuschauern beobachtet zu werden.
Dabei spielt auch eine gute Zusammenarbeit mit der Landesflugrettung eine wichtige Rolle, denn der Patient muss schnellstmöglich von der Piste gerettet werden. Zumal bei einem Weltcuprennen längere Unterbrechungen und eine Sperre der Piste nur schwer zu bewerkstelligen sind.
Um auf den Ernstfall noch besser vorbereitet zu sein, gab es jüngst einen interessanten Schulungstag im Pustertal: Nach der theoretischen Einführung ging es auf den Furkelpass, um dort die Theorie in die Praxis umzusetzen. Und die Pistenretter sowie die Besatzung des Notarzthubschraubers Pelikan 2 zeigten, was sie können. „Alles, was man auf einer steilen, eingeeisten Piste niederlegt, ist weg. Stellt man den Notfallrucksack falsch ab, ist er ist fünf Tore weiter“, sagte Dr. Alexander Franz, Notarzt im betrieblichen Dienst für Notfall-, Anästhesie und Intensivmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebes. „Auf der Piste werden auch nur lebensrettende Maßnahmen durchgeführt“, betonte der Arzt. Somit sei es wichtig, den Patienten schnellstmöglich eben von der Piste abzutransportieren und dann nach der Erstversorgung in das Krankenhaus zu bringen.
Aus diesem Grund kommen bei den Weltcuprennen auch immer die erfahrenen Pistenretter innerhalb des Weißen Kreuzes zum Einsatz. Routine und laufende Praxis sind hier wesentlich, um im entscheidenden Moment die Ruhe zu bewahren. Auch die Zusammenarbeit im Team ist ein wichtiger Faktor. So wird bei Weltcuprennen immer in Dreierteams gearbeitet, welche verschiedene Pistenabschnitte abdecken.

Entscheidend ist dabei auch die gute Kommunikation mit der Flugrettung. Denn der Einsatz des Notarzthubschraubers ist ein wichtiger Bestandteil im Ablauf und muss deshalb auch regelmäßig geübt werden. „Wenn der Hubschrauber nahe am Boden ist, geht der vom Rotor erzeugte Wind nach unten und wirbelt den Neuschnee auf. Zudem sind die vielen Werbebanner und auch Torstangen eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Aus diesem Grund versuchen wir bei solchen Einsätzen mit der Winde und einem möglichst langen Windenseil zu arbeiten“, betonte Pilot Christian Holzer.

„Man übt nicht oft genug“, fasste Peter Micheler, Bereichsleiter der Pistenrettung zusammen. Ziel der Schulung sei es gewesen, die Zusammenarbeit wie auch die technischen Abläufe nochmals zu optimieren. Dazu zählen auch kleinere Fertigkeiten, wie etwa das Öffnen einer Bindung oder eines Skischuhs. „Wenn sich der Verletzte in einer schwierigen Position befindet oder man das Bein nicht mehr bewegen kann, ist es nicht möglich, eine solche Bindung mit der Hand zu öffnen. Deshalb braucht es hier ein eigenes Instrument sowie besonderes Geschick“, erklärt Micheler.
Zum Abschluss des Schulungstages bedankte sich Micheler auch noch bei der Seilbahnen St. Vigil in Enneberg AG für die wohlwollende Unterstützung am Furkelpass sowie bei den Verantwortlichen des Hotels „Gran Fodà“ für die Bereitstellung der Schulungsräume.
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