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Antikörper-Studie bei Mitarbeitern des Weißen Kreuzes zeigt: Kein erhöhtes Infektionsrisiko.
27.05.2020
Wichtige Botschaft für Arbeitgeber von freiwilligen Helfern.
 
Insgesamt 2.709 Mitarbeiter hat das Weiße Kreuz Ende April in allen Südtiroler Landesteilen mithilfe von Covid-19-Antikörper-Schnelltests untersucht. Ziel war es, den Immunstatus der Mitarbeiter zu ermitteln. Das Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung durch Eurac Research beweist nun: es gibt kein erhöhtes Infektionsrisiko für Mitarbeiter im Landesrettungsverein.
 
Das Ergebnis der Testreihe war eine Positivrate von 7,7 Prozent, die jedoch mit jener der Normalbevölkerung gleichzusetzen ist. In 27 von 30 Sektionen zeigt sich kein erhöhtes Covid-Risiko bei den Mitarbeitern des Weißen Kreuzes im Vergleich zu den gemeldeten Fällen in der Bevölkerung. „Die überraschend niedrige Positivrate zeigt, dass sich die Mitarbeiter des Weißen Kreuzes fast überall sehr gut geschützt haben“, erklärt Hermann Brugger, Leiter des Instituts für Alpine Notfallmedizin von Eurac Research. In Zusammenarbeit mit dem Institut war der Biostatistiker Markus Falk für die Auswertung der Daten verantwortlich. An den per Schnelltest positiv getesteten Mitarbeitern zeigte ein zusätzlich durchgeführter PCR-Test, dass keiner zum Testzeitpunkt positiv und somit möglicherweise ansteckend für andere war.
„Das ist eine wichtige Botschaft für alle Arbeitgeber von freiwilligen Helfern im ganzen Land“, betont die Präsidentin des Weißen Kreuzes, Barbara Siri. Sie verweist darauf, dass es letzthin mehrfach Probleme gegeben hat und verschiedene Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einen Freiwilligendienst beim Weißen Kreuz verbieten wollten. „Wir haben nun den wissenschaftlichen Beleg, dass unsere Mitarbeiter keinem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind und deshalb ohne Bedenken ihrer Arbeit nachgehen können“, erklärt auch Direktor Bonamico. Beide unterstreichen, dass es für jeden Arbeitgeber ein Gewinn sei, freiwillige Helfer des Weißen Kreuzes im eigenen Betrieb zu beschäftigen. Sie seien nicht nur Garanten für schnelle und professionelle Hilfe bei Notfällen, sondern auch Experten bei der Durchführung von Hygienemaßnahmen.
 
Die weiteren Ergebnisse im Überblick:
Die Sektion Gröden weist mit 30,8 Prozent die höchste Positivrate auf. Die niedrigsten Raten wurden mit je unter zwei Prozent für die Sektionen Ultental und Mals ermittelt, wohingegen für Naturns kein einziger Fall gezählt wurde.  Weder hinsichtlich der Geschlechter, noch des Anstellungsverhältnisses (angestellt, Freiwilliger) konnte ein Unterschied in der Positivrate festgestellt werden. Auch hatte die jeweilige Tätigkeit der Mitarbeiter des Weißen Kreuzes – etwa das Durchführen von Covid-19-Transporten, die Lieferung von Essen, oder der Einsatz im Altersheim – keinen nachweisbaren Einfluss auf die Positivrate. Einzig beim Alter wurde festgestellt, dass die höheren Altersklassen öfters betroffen waren. So lag die Positivrate bei den bis zu 26-Jährigen bei 5,4 Prozent, jene der Über-52-Jährigen fast doppelt so hoch bei 11 Prozent.  
Auffälligstes Symptom unter den positiven Getesteten im Vergleich zu den Negativen war der Verlust des Geschmacks- oder Geruchsinns, Fieber über 37,5°C über mindestens drei Tage, Husten, Schüttelfrost und Müdigkeit. Auch Magen-Darm-Beschwerden, das Auftreten einer Lungenentzündung oder Atembeschwerden waren in der Gruppe der Positiven häufiger anzutreffen.
Der Landesrettungsverein bedankt sich bei Eurac Research für die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Studie. Es sollen weitere Untersuchungen folgen, da es weltweit bisher kaum Aufschlüsse über das Verhalten des Immunsystems nach einer durchgemachten SARS-COV-2 Infektion gibt. Die Erkenntnisse dienen dazu, den Schutz der Mitarbeiter von Rettungsorganisationen kontinuierlich zu verbessern.
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