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Ihre 5-Promille setzt das Weiße Kreuz zum Wohle aller Südtiroler/-innen effizient ein.

 Rettungskette weiter optimiert: mehr Sicherheit 
Steuernummer 80006120218
Am stärksten hat der Landesrettungsverein das letzte Jahr in neue Krankentransportfahrzeuge investiert, gefolgt von der neuen Motorradstaffel, den Kampagnen zur Gewinnung seiner Freiwilligen, die das Rückgrat des Landesrettungsvereins sind, und weiter in öffentlich zugängliche Defibrillatoren, in verschiedene Ausrüstung und noch bessere Ausbildung der Einsatzkräfte etc.
 

Rettung 1: Motorradstaffel

Anfang Juni 2018 hat die Motorradstaffel des Weißen Kreuzes ihren Dienst auf der Brennerautobahn angetreten. Seitdem wurde in fünf Fällen klar, dass die Rettungsmannschaften auf zwei Rädern lebensrettend sein können.
Dieser Dienst wird finanziell zum größten Teil von den Einkünften aus den 5 Promille getragen.
Die Motorradstaffel hat gleich mehrere Vorteile: Sie kann den Einsatzort unmittelbar und als Vorhut für weitere Rettungseinheiten erreichen, auch bei Stau oder gänzlichem Verkehrsstillstand. Besonders auf den langen Autobahnstrecken ohne seitlichem Pannenstreifen und überall dort, wo sich ein Rettungswagen nur mit reduzierter Geschwindigkeit fortbewegen kann, ist der Einsatz von Motorrädern angebracht. Motorräder können auch genügend medizinische Hilfsgeräte transportieren. Die Fahrer haben eine Rettungssanitäter-Ausbildung und können lebensrettende Erste Hilfe leisten.
Der Vorteil der schnellen und flexiblen Ankunft des Einsatzteams am Ort des Geschehens liegt auf der Hand, besonders, weil die Straßen immer häufiger durch das zunehmende Verkehrsaufkommen verstopft sind und es daher für den Rettungsdienst schwierig ist, den Einsatzort zügig zu erreichen. Daraus entstand beim Weißen Kreuz die Idee eine Motorradstaffel zu gründen, wie es sie andernorts bereits gibt.
Interview mit dem freiwilligen Mitglied der Motorradstaffel Walter Gasser
LIVE:Herr Gasser, Sie sind hauptberuflich beim Verkehrsdienst der A22 in Sterzing beschäftigt. Was hat Sie bewogen, zudem als Freiwilliger der Motorradstaffel des Weißen Kreuzes auf der A22 mitzumachen?“
Herr Gasser: „Ich fahre seit langem Motorrad, ich kenne die Verkehrslage und die manchmal prekären Versorgungssituationen auf der Autobahn zwischen Bozen Nord und dem Brenner, weil ich auf dieser Stecke arbeite, und ich bin seit mehr als 25 Jahren Freiwilliger beim Weißen Kreuz: das sind drei triftige Gründe, um hier mitzumachen.
LIVE: „Schildern Sie uns bitte einen durchschnittlichen Einsatztag?“
Herr Gasser: „Das Projekt wird sektionsübergreifend vom Standort Bozen aus betreut. Nehmen wir als Beispiel ein Augustwochenende mit dem „bollino nero“, d.h. mit erhöhtem Verkehrsaufkommen: Wenn ich an dem Tag im Dienstplan stehe, bin ich morgens in Bozen, hole das Motorrad ab und treffe mich mit meinem Kollegen. Wir melden uns beim Zentrum für Benutzerservice der A22 in Trient und diese weist uns die zu befahrende Stecke zu. Bei Notfällen werden wir dann alarmiert, wir sind mit Helmkopfhörern ausgerüstet. So sind wir meist am schnellsten am Unfallort.“
LIVE: „Wie war Ihre spezielle Motorradstaffel-Ausbildung?“
„Alle Fahrer müssen die Sanitäter-Ausbildung B erfolgreich bestanden haben, zudem gibt es ein 4-stündiges Fahrsicherheitstraining im Safety Park. Die Voraussetzung, um bei der Staffel mitzumachen, ist freilich auch, dass man Erfahrung mit dem Motorradfahren hat.“
 

Soziale Transporte: Multifunktionswagen

Ein beträchtlicher Teil der Einkünfte aus den 5 Promille konnte letztes Jahr in zwei neue Multifunktionsfahrzeuge für die Sozialtransporte des Weißen Kreuzes investiert werden.
Sie sind an die neuen Bedürfnisse der Fahrgäste angepasst, unter anderem weil die Transportfahrzeuge ermöglichen, den Rollstuhl der Gäste mitzutransportieren.
Mit dem Ankauf dieser beiden Multifunktionsfahrzeuge hat das Weiße Kreuz auf die sich neu entwickelnden Bedürfnisse von Menschen mit Bewegungseinschränkungen reagiert, die verständlicherweise autonomer und mobiler sein möchten. Sie sind so ausgestattet, dass sie von diesen optimal genutzt werden können, zum Beispiel auch zu kurzen Einkäufen beziehungsweise zu ihren länger andauernden Freizeitaktivitäten. Der Mehrwert des Multifunktionsfahrzeugs liegt aber auch im organisatorischen Bereich, denn es kann auch für andere Transporte verwendet werden, außer für die primären Sozialtransporte. 
Im Fall eines Einkaufs etwa kann der Fahrer des Weißen Kreuzes auf den Fahrgast warten, bis der Einkauf getätigt ist. Der Einkauf kann so für den Gast mit wenig Aufwand betrieben werden.
Im zweiten Fall, zum Beispiel nach einem privaten Besuch, kann der Gast, am Abend wieder am vereinbarten Ort abgeholt werden. So ist das Multifunktionsfahrzeug einerseits während des Besuchs des Gastes für andere Zwecke frei und gleichzeitig weiß die Person, dass sie sicher abgeholt wird. Das bedeutet für sie mehr individuelle Freiheit und Lebensqualität.
Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit ist dieses Angebot sehr wichtig, da sie so nicht immer auf Helfer/-innen, Verwandte oder Freunde angewiesen sind, die sie fahren. Es ist zudem besonders für Alleinstehende von Bedeutung - und alleinlebend sind im Alter immer mehr Menschen. Tendenz steigend.
 

Wünschewagen

Das Gemeinschaftsprojekt der Caritas Hospizbewegung und des Weißen Kreuzes, der Wünschewagen, ist heuer, im ersten Jahr seines Bestehens, schon 33mal mit einem Fahrgast gestartet.
Dieses Projekt möchten schwerstkranken Menschen einen Wunsch erfüllen, der einen Ortswechsel beinhaltet, ihnen somit ermöglichen, eine letzte, kleine Reise zu unternehmen. Wenn das Leben dem Ende zugeht, entwickeln oftmals viele Betroffene bisher unerfüllte Wünsche. Manchmal handelt es sich dabei um ein letztes Wiedersehen einer lieben Person oder eines Ortes mit besonderen Erinnerungen. Das häufigste Wunschziel war bisher ein Besuch im Heimatsort, sehr oft auch ist es auch die freie Natur, oft ein See.
Die Wünsche sind sehr unterschiedlich.
So wollte eine über 100-Jährige aus Gröden gerne noch einmal ihr Geschäft sehen, in dem sie 80 Jahre lang gearbeitet hatte.
Ein anderer Fahrgast hatte eine Fahrt ins Heimatdorf am Weihnachtstag auf seine Wunschliste gesetzt. Sein Wunsch war dem Wünschewagen-Team Befehl. Es fanden sich gleich Freiwillige, die diesen Wunsch am 24. Dezember gerne erfüllen wollten. Der Gast strahlte, als er seine Lieben, vielleicht ein letztes Mal, unter dem Christbaum umarmen konnte.
Das Team: Das sind 31 Freiwillige der beiden Projektpartner sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, die alle eine spezifische Ausbildung genossen haben. Diese bereitet sie ausführlich auf die psychologischen, betreuungsspezifischen sowie auch auf die technischen Herausforderungen dieser Fahrten vor.
Begleitpersonen können dabei freilich mitfahren, die Anfrage um einen solchen kostenlosen Transport wird so unbürokratisch wie möglich gehalten. Diskretion steht ganz oben auf der Tagesordnung.
Die Organisation der Fahrten ist völlig unabhängig von den öffentlichen Gesundheitsstrukturen, das Projekt wird durch private Spenden finanziert. Der Landesrettungsverein deckt seine Kosten über die Zuwendungen aus den 5-Promille auf die Einkommenssteuer. Ohne Unterschiede, alle Südtiroler/innen können um eine Fahrt ansuchen.
Um eine Fahrt anzufragen, ist Ihr Ansprechpartner Koordinator David Tomasi: 0471 444 555, info@wuenschewagen.it; www.wuenschewagen.it
Spendenkonto
Landesrettungsverein Weißes Kreuz
Projekt Wünschewagen
IBAN IT45 D08081 11601 0003010 15893
 

Freiwillgengewinnungsaktion

Es gibt triftige Gründe, weshalb jährlich über 3.300 Südtirolerinnen und Südtiroler ehrenamtlich beim Weißen Kreuz mitmachen. Es locken eben herausfordernde Aufgaben und Einsätze, es herrscht eine gute, gelassene Arbeitsatmosphäre, es gibt Einsatzmöglichkeiten für alle Altersstufen und noch weitere kleine und große Vorteile.
Dennoch müssen die Freiwilligen jährlich gesucht und motiviert werden. Mit Gewinnungskampagnen, die nicht zu übersehen sind. Das Motto der letzten Aktion war: Alt genug für etwas Neues. Für diese landesweite Kampagne konnten die Einkünfte aus den 5 Promille verwendet werden.
Nomen est omen. Damit sprach der Landesrettungsverein jene an, die in den 50er und 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts geboren sind, also die so genannten starken Jahrgänge. Sie sind jetzt in einer Lebensphase, in der sie mehr freie Zeit haben. Die Kinder sind aus dem Haus, der Betrieb läuft, der/die eine oder andere ist auch schon in Frührente, aber hauptsächlich: Man sucht nach neuen Herausforderungen. Denn man „bleibt“ ja immer jünger, hat immer häufiger genug Kräfte zur Verfügung, die man sinnvoll und aktiv in der Gesellschaft einsetzen möchte, statt vor dem Fernseher dahinzudämmern.
Und die starken Jahrgänge haben sich auch stark zurückgemeldet: Es waren 550, davon sogar 62 Prozent Männer. Danach traten 326 Frauen und Männer in den aktiven Freiwilligendienst des Weißen Kreuzes ein, das ist ein Prozentsatz von fast 70 %! Mit einem Durchschnittsalter von 41 Jahren. Das heißt, es haben sich auch sehr viele Jüngere gemeldet, nicht nur die Klasse 50+.
Viele dieser 326 sind als Freiwillige bei Krankentransporten auf den Straßen im Einsatz, helfen in der Zivilschutz-Gruppe beim Verteilen der Notverpflegung wie neulich nach dem Verkehrschaos auf der A22 oder unterstützen die Angestellten in der Verwaltung.

 

Rettung 2: Kohlenmonoxid-Sensoren und SEG

Mit den 5 Promille konnten weitere Kohlenmonoxid-Sensoren, ein Upgrade der Monitore für den MRX-Defibrillator und Bekleidung für die Schnelleinsatzgruppen des Weißen Kreuzes angekauft werden. Warum sind diese Geräte so wichtig?
Um die Rettungsausrüstung der Weiß-Kreuz-Sanitäter noch schneller nach den neuesten Standards, sozusagen über die Vorgaben hinaus, auszurüsten, wurden tragbare Kohlenmonoxid-Meldegeräte angekauft. Diese sind auf den Rettungseinsatzrucksäcken angebracht und warnen die Sanitäterinnen und Sanitäter vor dem hochgiftigen Kohlenmonoxid in Gefahrenzonen.
Die Sensoren können im Notfall Leben retten, in diesem Fall, das der Retter. Seit dem Ankauf der Melder kam es schon zweimal vor, dass sie während einer Rettungsaktion die lebensrettende Warnung abgegeben haben. Hätten die Sanitäter das Gas eingeatmet, wären auch sie in Lebensgefahr gewesen. Mit noch schlechteren Überlebenschancen für den eigentlichen Patienten.
Schnelleinsatzgruppen (SEG) sind Teams, die eingreifen, wenn mehr als 25 Verletzte zu versorgen sind. Dann spricht man von einem Massenanfall von Verletzten (MANV). Auch diese Teams sind nicht vom Gesetz als nötig vorgesehen, sondern eine Zusatzleistung des Landesrettungsvereins, weil sie sehr bewährt sind. Sie waren schon landesweit mehrfach im Einsatz, z.B. 2018 beim Lawinenunglück in Langtaufers oder beim Hochwasser im Pustertal und Eisacktal im November 2018. Für die SEG konnten Kleidung und die Aktualisierungssoftware für einen Defibrillator eingekauft werden, ebenso die nötige Dienstbekleidung für deren Organisatorische Leiter (ORG).
Diese zusätzlichen Ausrüstungsgeräte ermöglichen Sie mit Ihren 5 Promille, danke!
 

Ausbildung


Auch für die Ausbildung von Mittelschülern und der über 3.300 Freiwilligen des Weißen Kreuzes wurden Ihre 5 Promille optimal eingesetzt.
Seit Jahren bildet der Landesrettungsverein in Zusammenarbeit mit den drei Landeschulämtern Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Mittelschulklasse in der Ersten Hilfe aus. Dazu werden die Übungspuppen Mini Anne eingesetzt. Diese Übungsstunden sind sehr gefragt, die Kids freuen sich enorm darauf, die Erste-Hilfe-Maßnahmen zu lernen. Wie bekannt, was man in frühen Jahren spielend lernt, das ist das ganze Leben lang abrufbereit gespeichert. Je mehr Südtiroler Erste-Hilfe- Kenntnisse haben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Notlagen richtig eingreifen.
Das Weiße Kreuz stellt den Schulen nicht nur die Übungspuppen zur Verfügung, sondern es brieft auch die jeweilige Lehrperson detailliert.
Alle Fahrer des Weißen Kreuzes können einen Fahrgrund- und einen Auffrischungskurs im Safety park in Pfatten besuchen. Diese Aus- und Weiterbildung ist sehr wichtig, da auch bei vorhandenen guten Fahrkenntnissen die schnelle und gleichzeitig aufmerksame Reaktion am Steuer geübt sein muss. Zudem sind die Ambulanzen um einiges größer und schwerer als Pkw’s und häufig mit Sondersignalen unterwegs. Dadurch sind sie einem höherem Unfallrisiko ausgesetzt.
 

48 öffentlich zugängliche Defibrillatoren!

48 öffentlich zugängliche Defibrillatoren aktiv
Erste Hilfe - Seit der Vereinsgründung 1965 liegt dem Weißen Kreuz die dauernde Verbesserung der Notfallversorgung in Südtirol am Herzen. Ein wichtiger Schritt in Richtung optimale Rettungskette sind die öffentlich zugänglichen Defibrillatoren. Heute sind 48 davon aktiv!
Das Ziel ist die landesweite Abdeckung. Nach der Einführung der halbautomatischen Frühdefibrillationsgeräte (AED) in den Ambulanzen vor mehr als 15 Jahren ist der Verein nun dabei, überall, wo sich viele Menschen versammeln, öffentlich zugängliche Frühdefibrillationssäulen (AED-Säulen) zu errichten. Durch den Einsatz von AED-Geräten konnte man in Südtirol schon mehr als 150 Menschen das Leben retten – ohne neurologische Folgeschäden.
Öffentlich zugängliche Frühdefibrillations-Säulen können von ausgebildeten Passanten bedient werden, wenn jemand zufällig in der Nähe des Defibrillators einen Kreislaufstillstand erleidet. Derzeit haben schon über 10.000 Südtiroler eine zertifizierte AED-Ausbildung. Ein zusätzlicher Vorteil ist die in den öffentlichen AED-Geräten eingebaute Fernsprechanlage, die sich beim Öffnen des Geräts automatisch mit einem Disponenten der Landesnotrufzentrale verbindet. So kann dieser auch nicht ausgebildeten Gerätenutzern wichtige Maßnahmen akustisch vermitteln.
Inzwischen stehen 48 AED-Geräte auf Plätzen: elf nur in Bozen, fünf in Lana, in St. Ulrich, Kaltern und Kurtatsch je drei, zwei in Eppan und je ein AED-Gerät in Cortina d’Ampezzo, Barbian, Bruneck, Deutschnofen, Girlan, Gossensaß, Kollmann, Lajen, Marling, Martell, Mölten, Mühlen in Taufers, Mühlwald, Pfelders, Prettau, Terenten, Tiers, Tramin, Tscherms, Villanders und Wengen.
Zudem verfügen die Pistenretter des Weißen Kreuzes in ihren Einsatzrucksäcken über AED-Geräte. Auch auf mehreren Skihütten und bei Liftanlagen sind die Geräte griffbereit.
Die Finanzierung dieser wichtigen Säulen ist folgendermaßen geregelt: die erste Säule in jedem Ort wird zur Hälfte vom Weißen Kreuz gedeckt, für den Rest kommen die jeweiligen Gemeinden auf. Für die Kostendeckung des Landesrettungsvereins werden die Einkünfte der 5 Promille herangezogen. „Damit fließt dieses Geld der Bevölkerung wieder zurück zu den Bürgern“, betonte neulich Präsidentin Barbara Siri.
 

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