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Die Motorradstaffel

Südtirol ist aufgrund seiner geografischen Lange ein begehrtes Urlaubs- und Transitland. Dadurch hat sich die Verkehrssituation in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert, sodass es vermehrt zu Unfällen kommt und sich dementsprechend ständig Stau bildet. Für die Einsatzkräfte bedeutet dies, dass sie den Notfallort schwer bzw. mit reichlich mehr Zeitaufwand erreichen können. Man hat dieses Problem erkannt und daraus wurde die Idee der Gründung einer Motorradstaffel geboren. Die Motorradstaffel des Weißen Kreuzes wurde am 28.02.2018 als zweijähriges Pilotprojekt genehmigt. Seit Herbst 2019 sind die Retter auf zwei Rädern fester Bestandteil der weitläufigen Angebotspalette des Weißen Kreuzes.

Die Motorradstaffel wird überall dort eingesetzt, wo der Notfallort für den Rettungswagen nur schwer zu erreichen ist. Auch werden sie dort eingesetzt, wo länger dauernde Straßensperren ein Durchkommen für größere Fahrzeuge unmöglich machen. Aufgrund ihrer Ausbildung können die Helfer auf zwei Rädern als First Responder eingesetzt werden. Vor Ort kümmern sie sich um die Erstversorgung des Patienten und ergreifen entscheidende Maßnahmen – von der Verkehrsabsicherung bis hin zur Lebensrettung mittels Defibrillators. So kann der Versorgungsbedarf des Patienten frühzeitig und ressourcenschonend erfolgen. Zeitgleich fungiert die Motorradstaffel als Unterstützung für die Einsatzkräfte.

Bei der Einsetzbarkeit der Staffel spielen Witterungsverhältnisse eine große Rolle, weshalb sie standardmäßig nur in den Monaten Mai bis Oktober eingeplant werden kann. Der Dienst wird ausschließlich von Freiwilligen gedeckt und ist vorerst nur am Wochenende gewährleistet. Das liegt daran, dass an den Wochenenden mit einem erfahrungsgemäß hohen Verkehrsaufkommen auf der A22 zu rechnen ist. Die Brennerautobahn stellt den Hauptteil des Einsatzgebietes der Motorradstaffel dar. Zu Beginn wurde das Projekt mit den Zuwendungen aus den 5-Promille der Einkommenssteuer finanziert. Die A22 beteiligte sich am Ankauf der Motorräder und deckt einen Teil der laufenden Kosten mit einem Tagessatz für die Patrouillendienste auf der A22 zwischen Brenner und San Michele.
Vorteile
  • Bei Unfällen können die Mitarbeiter der Motorradstaffel frühzeitige Lagemeldungen über das Einsatzgeschehen geben und für eine gezielte Nachforderung von Rettungsmitteln sorgen.
  • Sie können den Einsatzleiter vor Ort unterstützen und diesem assistieren, um einen Gesamtüberblick über einen laufenden Einsatz zu bewahren.
  • Bei einer Zerstörung der Kommunikationsinfrastruktur können die Helfer auf zwei Räder als Bindeglied zwischen den verschiedenen Einsatzzonen dienen.
  • Sie können die Zeit zwischen Einsatzende des Rettungsdienstes und dem Eintreffen anderer nachgeordneter Organisationen überbrücken.
Als Motorradtyp bieten sich die sogenannten Reiseenduros an. Man hat sich derzeit für Motorräder des Typs Ducati Multistrada 950 entschieden. Dieser Motorradtyp gewährleistet sowohl auf der normalen Landstraße als auch im Gelände die notwendige Fahrleistung. Die verbauten Fahrassistenten garantieren eine maximale Sicherheit für die Fahrer. Zudem bieten sie genügend Platz für Koffersysteme zur Unterbringung von notwendigen Einsatzmaterialien. Zur Ausrüstung der Fahrer gehören neben einer geeigneten Motorradbekleidung (Standard mit Überzugsweste des Weißen Kreuzes) samt Stiefel, Helm mit Intercom (um während der Fahrt eine Kommunikation zu gewährleisten) und Handschuhe auch ein Funkgerät, ein Smartphone und ein zusätzlicher Regenschutz.

Alle Mitarbeiter der Motorradstaffel sind bereits freiwillig beim Weißen Kreuz tätig. Sie müssen mindestens über den B-Kurs verfügen und unter anderem eine gewisse Einsatzerfahrung vorweisen. Auch ein jährliches Fahrsicherheitstraining für Motorräder gehört zur Ausbildung. Die Motorradstaffel des Weißen Kreuzes verfügt, wie auch alle anderen Bereiche des Weißen Kreuzes, über eine eigene Fachordnung. Seit 18. Februar 2020 ist nun Stephan Dissertori Gruppenleiter der Motorradstaffel, sein Stellvertreter ist Patrick Eccli.
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