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Der Rettungsdienst

Der Intensivtransporter

Es handelt sich um eine mobile Intensivstation auf vier Rädern, die im Dienst mit einem Notarzt, einem Krankenpfleger und einem Rettungssanitäter besetzt ist. Die Rede ist vom Intensivtransportwagen (ITW) des Weißen Kreuzes.

Bodenrettung

Bodenrettung
Dem Weißen Kreuz stehen in allen Südtiroler Sektionen Rettungstransportfahrzeuge zur Verfügung – eines oder auch mehrere, je nach Sektion. Hinzu kommen noch nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen ausgestattete Notarztwagen oder Notarzteinsatzfahrzeuge bei den jeweiligen Krankenhäusern bzw. den dazu gehörenden Notarzt-Stützpunkten. Jährlich führt das Weiße Kreuz mehr als 40.000 Rettungs- und Notarzteinsätze durch.

Mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb bzw. dem Land gibt es eine Konvention, mit der geregelt wird, dass das Weiße Kreuz landesweit in den Sektionen zwischen Reschen und Innichen sowie von Sterzing bis Salurn Rettungs- und Notarztfahrzeuge 24 Stunden zur Verfügung stellen muss.

Bei Bedarf bzw. wenn die konventionierten Rettungsmittel im Einsatz stehen, kann die Landesnotrufzentrale im Notfall zusätzliche Mittel über die Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes anfordern. Diese sind im Dienst und werden der Zentrale zur Verfügung gestellt. Sollten auch diese Ressourcen nicht zur Verfügung stehen, gibt es  in den meisten Sektionen noch einen Hintergrunddienst zur Alarmierung weiterer Helfer. Diese verlassen im Ernstfall ihren Arbeitsplatz, eilen zum Sektionssitz und führen dann einen Einsatz durch – so wie es die Freiwilligen Feuerwehren handhaben. 
 

Die Motorradstaffel

Südtirol ist auf Grund seiner geografischen Lange ein begehrtes Urlaubs- und Transitland. Dadurch hat sich die Verkehrssituation in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert, sodass es vermehrt zu Unfällen kommt und sich dementsprechend ständig Stau bildet. Für die Einsatzkräfte bedeutet dies, dass sie den Notfallort schwer bzw. mit reichlich mehr Zeitaufwand erreichen können. Man hat dieses Problem erkannt und daraus wurde die Idee der Gründung einer Motorradstaffel geboren. Die Motorradstaffel des Weißen Kreuzes wurde am 28.02.2018 als zweijähriges Pilotprojekt genehmigt. Seit Herbst 2019 sind die Retter auf zwei Rädern fester Bestandteil der weitläufigen Angebotspalette des Weißen Kreuzes.

Die Motorradstaffel wird überall dort eingesetzt, wo der Notfallort für den Rettungswagen nur schwer zu erreichen ist. Auch werden sie dort eingesetzt, wo längerdauernde Straßensperren ein Durchkommen für größere Fahrzeuge unmöglich machen. Aufgrund ihrer Ausbildung können die Helfer auf zwei Rädern als First Responder eingesetzt werden. Vor Ort kümmern sie sich um die Erstversorgung des Patienten und ergreifen entscheidende Maßnahmen – von der Verkehrsabsicherung bis hin zur Lebensrettung mittels Defibrillators. So kann der Versorgungsbedarf des Patienten frühzeitig und ressourcenschonend erfolgen. Zeitgleich fungiert die Motorradstaffel als Unterstützung für die Einsatzkräfte.

Bei der Einsetzbarkeit der Staffel spielen Witterungsverhältnisse eine große Rolle, weshalb sie standardmäßig nur in den Monaten Mai bis Oktober eingeplant werden kann. Der Dienst wird ausschließlich von Freiwilligen gedeckt und ist vorerst nur am Wochenende gewährleistet. Das liegt daran, dass an den Wochenenden mit einem erfahrungsgemäß hohen Verkehrsaufkommen auf der A22 zu rechnen ist. Die Brennerautobahn stellt den Hauptteil des Einsatzgebietes der Motorradstaffel dar. Zu Beginn wurde das Projekt mit den Zuwendungen aus den 5-Promille der Einkommenssteuer finanziert. Die A22 beteiligte sich am Ankauf der Motorräder und deckt einen Teil der laufenden Kosten mit einem Tagessatz für die Patrouillendienste auf der A22 zwischen Brenner und San Michele.
Weitere Vorteile der Motorradstaffel:
  • Bei Unfällen können die Mitarbeiter der Motorradstaffel frühzeitige Lagemeldungen über das Einsatzgeschehen geben und für eine gezielte Nachforderung von Rettungsmitteln sorgen.
  • Sie können den Einsatzleiter vor Ort unterstützen und diesem assistieren, um einen Gesamtüberblick über einen laufenden Einsatz zu bewahren.
  • Bei einer Zerstörung der Kommunikationsinfrastruktur können die Helfer auf zwei Räder als Bindeglied zwischen den verschiedenen Einsatzzonen dienen.
  • Sie können die Zeit zwischen Einsatzende des Rettungsdienstes und dem Eintreffen anderer nachgeordneter Organisationen überbrücken.
Als Motorradtyp bieten sich die sogenannten Reiseenduros an. Man hat sich derzeit für Motorräder des Typs Ducati Multistrada 950 entschieden. Dieser Motorradtyp gewährleistet sowohl auf der normalen Landstraße als auch im Gelände die notwendige Fahrleistung. Die verbauten Fahrassistenten garantieren eine maximale Sicherheit für die Fahrer. Zudem bieten sie genügend Platz für Koffersysteme zur Unterbringung von notwendigen Einsatzmaterialien. Zur Ausrüstung der Fahrer gehören neben einer geeigneten Motorradbekleidung (Standard mit Überzugsweste des Weißen Kreuzes) samt Stiefel, Helm mit Intercom (um während der Fahrt eine Kommunikation zu gewährleisten) und Handschuhe auch ein Funkgerät, ein Smartphone und ein zusätzlicher Regenschutz.
Alle Mitarbeiter der Motorradstaffel sind bereits freiwillig beim Weißen Kreuz tätig. Sie müssen mindestens über den B-Kurs verfügen und unter anderem eine gewisse Einsatzerfahrung vorweisen. Auch ein jährliches Fahrsicherheitstraining für Motorräder gehört zur Ausbildung. Die Motorradstaffel des Weißen Kreuzes verfügt, wie auch alle anderen Bereiche des Weißen Kreuzes, über eine eigenen Fachordnung. Seit 18. Februar 2020 ist nun Stephan Dissertori Gruppenleiter der Motorradstaffel, sein Stellvertreter ist Patrick Eccli.

Flugrettung

Rettungshubschrauber werden dort eingesetzt, wo dringend ein Notarzt benötigt wird und der Unfallort für bodengebundene Rettungsmittel nicht bzw. schwer erreichbar ist.
Die Flugrettung ist ein integrierter Bestandteil des Rettungssystems und arbeitet im Auftrag der Südtiroler Landesregierung. Den Grundstein für diesen Dienst hat das Weiße Kreuz vor mehr als 30 Jahren gelegt. 1987 trat das Gesetz in Kraft, das die Einrichtung eines Flugrettungsdienstes vorsieht. 1992 wurde die Arbeitsgemeinschaft Flugrettung in Südtirol gegründet, die aus dem Alpenverein Südtirol (AVS), dem Bergrettungsdienst im AVS, dem italienischen Alpenverein, kurz CAI, und der Südtiroler Berg- und Höhlenrettung im CNSAS zusammengesetzt war. Diese Gruppe gibt es nicht mehr bzw. wurde durch den Verein „HELI – Flugrettung Südtirol“ ersetzt (siehe unten).

Die Landesflugrettung verfügt über je einen Pelikan-Hubschrauber in der Flugbasis Bozen und an der Brixner Basis sowie in den Hochsaisonen über den Hubschrauber des Aiut Alpin Dolomites, der in Pontives/Gröden stationiert ist.

Den Einsatz der drei Rettungshubschrauber erfolgt ausschließlich über die Landesnotrufzentrale. Für die Flugeinsätze ist seit 2003 das Ticket (private Zuzahlung für Leistungen der Sanitätsbetriebe) zu bezahlen. Mitglieder des Weißen Kreuzes sind von diesen Gebühren befreit bzw. das Weiße Kreuz übernimmt die Ticketgebühr. Auf den Helikoptern arbeiten Notärzte, Piloten, Krankenpfleger und Rettungssanitäter. Die Pelikan-Hubschrauber sind seit März 2015 Maschinen des Typs Airbus H145.
Der Verein "HELI Flugrettung Südtirol"

Der privatrechtliche Verein „HELI Flugrettung Südtirol – Elisoccorso Alto Adige“ wurde 2010 offiziell aus der Taufe gehoben. Er ist der alleinige Träger der Flugrettung in Südtirol und ersetzt die Arbeitsgemeinschaft Flugrettung  – immer im Auftrag der Südtiroler Landesregierung.

Die Mitglieder von „HELI – Flugrettung Südtirol“ sind das Weiße Kreuz, die Bergrettung im AVS, der Alpenverein Südtirol, die Südtiroler Berg- und Höhlenrettung des CNSAS und der CAI (Club Alpino Italiano Alto Adige). Die Verwaltung dieses Vereins läuft zur Gänze über das Weiße Kreuz. „HELI“-Präsident ist Georg Rammlmair, Direktor Ivo Bonamico.

Mehr dazu auf der Homepage von Heli.

Pistenrettung

Schnelle und kompetente Hilfe bietet das Weiße Kreuz nicht nur in Stadt und Land, sondern auch auf Skipisten an. Die Retter auf schnellen Brettern verzeichnen Jahr für Jahr einen Anstieg bei den Einsätzen.

Auch in der vergangenen Saison haben wieder eine Reihe von südtiroler Skigebieten auf die Kompetenz und Verlässlichkeit der Pistenretter des Weißen Kreuzes gebaut.Am Kronplatz, auf der Schwemmalm, in Obereggen, am Speikboden, am Klausberg, in carezza sowie in diesem Winter erstmals auch in Reinswald und Gitschberg / Jochtal verzeichneten die Pistenretter des Landesrettungsvereins insgesamt 3.410 Einsätze.

Mit 669 Einsätzen ereigneten sich zwischen 11 und 12 Uhr am meisten Notfälle, gefolgt von 562 Einsätzen zwischen 12 und 13 Uhr. 85 Prozent der Unfälle betrafen Skifahrer, 10 Prozent Snowboardfahrer. Am öftesten mussten die Pistenretter Knieverletzungen (14%) versorgen.
Dabei waren die Retter nicht nur auf der Piste immer zur Stelle, sondern konnten auch bei medizinischen Notfällen schnelle Hilfe leisten. Neben zahlreichen Einsätzen auf Skihütten, konnten am Kronplatz zwei erfolgreiche Reanimationen und am Gitschberg eine erfolgreiche Reanimation verzeichnet werden.

„Erfreulich ist auch die sehr gute Zusammenarbeit mit den einzelnen Liftgesellschaften und den Pistenbetreibern der verschiedenen Skigebiete. Die Verantwortlichen waren mit unserer Arbeit wiederum sehr zufrieden“, erklärt Direktor Ivo Bonamico. Das Weiße Kreuz arbeitete auch in der Wintersaison 2017/18 mit dem Landesnotfalldienst, der Flugrettung Südtirol sowie mit den Pistendiensten von Bergrettung, Carabinieri, Polizei, Finanzwache und Militär eng und vor allem erfolgreich zum Wohle der Patienten zusammen.
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