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10 Jahre Einsatznachsorge im Weißen Kreuz
Der Druck psychischer Belastungen im Rettungsalltag ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Der Großteil der Rettungsmitarbeiter/-innen hat wahrscheinlich schon einmal Belastungen nach einem Einsatz verspürt und jede/r entwickelt persönliche Strategien, um mit diesen umzugehen.
 
Vielen hilft die Teamgemeinschaft und deren Stärke, die gute Vorbereitung auf den Einsatzalltag und das Reden darüber. Letzteres gelingt aber nicht jedem! Das „Sich outen“, die Kollegen oder Vorgesetzten miteinbeziehen, das kann schwer fallen schwer fallen. Psychosoziale Unterstützung ist u.a. Aufgabe des Arbeitgebers und der Führungspersonen in den Blaulichtorganisationen. Es bedarf viel Fingerspitzengefühl, um eventuelle Auffälligkeiten und Belastungen bei den Kolleg/-innen zu erkennen. In solchen Fällen muss für die in Not Geratenen Hilfe gesucht und angeboten werden. Psychosoziale Unterstützung ist Teil der Kollegialität. Die erste Hilfe ist die Hilfe unter Kollegen: „Gleichrangig, aus den eigenen Reihen“!
Die Unterstützung auf kollegialer Ebene vor und nach belastenden Einsatzsituationen, Informationsvermittlung über kompetenten Selbstschutz und Stressmanagement, Vorbeugung von traumatischen Stressreaktionen sowie die Förderung  des Erhalts der Gesundheit und die Freude an der Arbeit gehören zu den Aufgaben des Peers. Das „Eingestehen“ von Belastungen ist nicht ein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen der Ehrlichkeit und Wertschätzung sich selbst gegenüber. Die  Peers stehen für diese Hilfe gerne zu Verfügung.
Bereits im Jahre 2007 wurde im Landesrettungsverein Weißes Kreuz eine Gruppe von Peers ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Gisela Perren-Klingler, Psychiaterin, Gründerin des Institutes Psychotrauma Schweiz, Ausbildnerin in Traumatherapie und -prävention, erfolgte die erste Ausbildung. Maßgeblich an der Ausbildung der Peers war beteiligt auch Anton Huber aus Kiens, Psychologe, Direktor der Psychoonkologie im Krankenhaus in Bruneck und Notfallpsychologe.
Bei der zweiten Ausbildung von Peers im Jahre 2010 war auch Lara Niederegger aus Bruneck, Psychologin, Notfallpsychologin und Familientherapeutin, beteiligt. Eine dritte Gruppe von Peers wurde 2015 ausgebildet.
 Zum jetzigen Zeitpunkt besteht die Gruppe aus 34 Personen. Das Team der Peers setzt sich aus Mitarbeitern des Weißen Kreuzes, aber auch aus Peers anderer Rettungsorganisationen wie Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr zusammen.
Auch in den anderen Rettungsorganisationen ist die Einsatzbelastung Thema. Auch wenn die Bedürfnisse der Kolleg/-innen anderer Organisationen manchmal unterschiedlich sind, so können wir im Austausch sehr viel von gegenseitigen Erfahrungen profitieren.
 In den 10 Tätigkeitsjahren der Einsatznachsorge konnten wir über 1.300 Kolleg/-innen unterstützend zur Seite stehen. Der Anteil jener Gespräche, die zwischen „Tür und Angel“ stattfanden, ist hierbei nicht erfasst und daher noch um ein Vielfaches höher.
 Natürlich ist auch das Besprechen der „Einsätze“ der Peers wichtig. Dies erfolgt in sehr guter Zusammenarbeit mit den Notfallpsychologen bei Supervisionen.
Die Tätigkeit der Einsatznachsorge ist einem steten Wandel unterzogen und so sind auch Aus- und Weiterbildung ein wichtiger Teil unserer Tätigkeit.
Eine gute Vorbereitung im Umgang mit Belastungen erfolgt bereits in der internen B- Ausbildung des Weißen Kreuzes. Diese und weitere Präventionsmaßnahmen  könnten  oft die emotionalen Probleme der Kolleg/-innen  verringern oder gar verhindern.
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